& ATHEISM

Mimetic Theory sheds a profound light on assessments like the one made by the French atheist historian Marcel Gauchet, namely that “Christianity is the religion of the end of religion.” Or take the following statement by Slovenian atheist philosopher Slavoj Zizek, whose interpretation of Christianity is highly dependent on René Girard’s: “I like to say paradoxically that to be an atheist, but don’t be afraid, not in the Richard Dawkins – Christopher Hitchens sense, but this authentic atheism in the sense of experiencing the radical absence of any transcendent guarantee (and in this sense, for me, Stalinist communists and some Darwinists are not atheists… no, they always have some higher figure of necessity and so on…), you have to go through Christianity.”

Some Christian theologians, actually from the apostle Paul in his letters onwards, have also pointed to the paradox suggested by Zizek, but from a slightly different angle. The Judeo-Christian tradition reveals the god(s) of traditional religion and classic philosophy as mere illusions. See, for instance, the modern example of Lutheran theologian Dietrich Bonhoeffer, in a letter from July 16, 1944 (in Widerstand und Ergebung):

Und wir können nicht redlich sein, ohne zu erkennen, daß wir in der Welt leben müssen — ,’etsi deus non daretur’. Und eben dies erkennen wir – vor Gott! Gott selbst zwingt uns zu dieser Erkenntnis. So führt uns unser Mündigwerden zu einer wahrhaftigeren Erkenntnis unsrer Lage vor Gott. Gott gibt uns zu wissen, daß wir leben müssen als solche, die mit dem Leben ohne Gott fertig werden. Der Gott, der mit uns ist, ist der Gott, der uns verläßt (Markus 15, 34)! Der Gott, der uns in der Welt leben läßt ohne die Arbeitshypothese Gott, ist der Gott, vor dem wir dauernd stehen. Vor und mit Gott leben wir ohne Gott. Gott läßt sich aus der Welt herausdrängen ans Kreuz, Gott ist ohnmächtig und schwach in der Welt und gerade und nur so ist er bei uns und hilft uns. Es ist Matthäus 8,17 ganz deutlich, daß Christus nicht hilft kraft seiner Allmacht, sondern kraft seiner Schwachheit, seines Leidens!

Hier liegt der entscheidende Unterschied zu allen Religionen. Die Religiosität des Menschen weist ihn in seiner Not an die Macht Gottes in der Welt, Gott ist der deus ex machina. Die Bibel weist den Menschen an die Ohnmacht und das Leiden Gottes; nur der leidende Gott kann helfen. Insofern kann man sagen, daß die beschriebene Entwicklung zur Mündigkeit der Welt, durch die mit einer falschen Gottesvorstellung aufgeräumt wird, den Blick frei macht für den Gott der Bibel, der durch seine Ohnmacht in der Welt Macht und Raum gewinnt. Hier wird wohl die ‘weltliche Interpretation’ einzusetzen haben.